Palliative Care und Hospizseminare für Fachkräfte, Ehrenamtliche und Zugehörige

Erweitern Sie Ihre Kompetenz im Umgang mit schwerkranken und sterbenden Menschen um liebevolle und meditative Dimensionen. Da ich in meiner Tätigkeit als Palliative Care Kraft in einem SAPV-Team beim Christophorus Hospizverein e.V. in München mit allen wichtigen Thematiken in der Begleitung lebensbegrenzender Situationen zu tun hatte und Hospizbegleiter befähigt habe, ihren ehrenamtlichen Einsatz mit Freude, Kompetenz und erfüllend für alle Beteiligten zu gestalten, kann man mich auch nach konkretem Bedarf fragen. Ich gestalte dann auf Anfrage individuelle Seminare, die den Bedürfnissen der Interessierten und der möglichen Organisationen folgen.
Akademien, Hospizvereine, Pflegeeinrichtungen, SAPV-Teams und jegliche Organisationen im Gesundheitswesen, die an kompetenter Begleitung von Menschen am Lebensende interessiert sind, können mich zu einem internen Seminartag einladen, der mit ca. 20 Personen stattfinden kann. Sollte eine größere Gruppe vorgesehen sein, so biete ich Tagesseminare in Form eines interaktiven Vortrags für bis zu 100 Personen an.

Unser Seminar „Die Seele berühren“ ist ein dreitägiges Wochenend-Seminar mit Verpflegung und Übernachtung. Hierfür finden Sie die näheren Informationen unter: „Termine“.

Seminare für Begleitungen am Lebensende

Die Seele berühren

„Die wichtigste Erkenntnis meines Lebens ist die, dass wir in einem liebenden Universum leben.“ Albert Einstein
Um sterbende, kognitiv eingeschränkte Menschen ohne Worte zu erreichen, braucht es andere Zugänge als einfach nur zu schweigen. Diese liegen neben der körperlichen absichtslosen Berührung, meditativen Präsenz und liebevollen Verbundenheit darin, sich auf das pure Sein einzulassen, das jenseits von Ratio hauptsächlich mit unserem Spürbewusstsein zu erleben ist.

Um Menschen in ihrer letzten Lebensphase auf diese Weise zu berühren, braucht es im Begleitenden die Fähigkeit, innerlich tief zu entspannen, sich „leer“ zu machen, um sich einem gemeinsamen Resonanzfeld zu öffnen. Dieses Resonanzfeld wird sowohl den Betroffenen als auch die Begleiter jenseits von Bewertungen, Identitäten und funktionellen Konzepten umhüllen und so in inniger Weise miteinander verbinden.
Grundlage ist das Wissen, dass jeder Mensch ein „Inneres Sein“, eine Seele, ein höheres Selbst, ja ununterbrochen göttlichen Ursprungs ist, wie auch immer man das bezeichnen möchte. Und je mehr es uns gelingt, auf dieser Ebene miteinander in Kontakt zu kommen, umso tiefer können Menschen einander begegnen und miteinander entspannen.

„Mit Achtsamkeit kann die Fähigkeit gemeint sein, sich über sein eigenes, inneres Leben bewusst zu sein; es kann sich aber auch auf die Fähigkeit beziehen, wahrzunehmen, was ein anderer Mensch braucht.“
Martos, Daniela, „Sorgenetz – Verein zur Förderung gesellschaftlicher Sorgekultur“ S. 31
In diesem Seminar verbinde ich ganzheitliche Entspannungs- und Atemtechniken und Meditation mit absichtsloser Berührung. Die Teilnehmer lernen, in einer Qualität von Wertschätzung, Akzeptanz und innerer Stille die zu Begleitenden zu berühren. Diese Form der Berührung und liebevollen Präsenz führt im Empfangenen meist zu einer tiefen Entspannung und im tieferen Kontakt zu dem, dass er göttlichen Ursprungs ist. Die begrenzende Ebene der programmierten Persönlichkeit wird verlassen und damit wertende Gedanken und Gefühle. Die innere Stille wird zur erfahrbaren Wohltat.

Das Seminar dauert 3 Tage. Je nach meditativer Vorerfahrung braucht es diese Zeit meist, um den Einstieg in diese besondere Art der Begegnung zu bekommen und sich dieser besonderen Form der liebevollen Präsenz hinzugeben.
Ich unterrichte fünf verschiedene wortlose Berührungstechniken, die sich im Kontakt mit schwerkranken und sterbenden Menschen bewährt haben. Die Techniken ermöglichen dem Empfangenden ein tieferes Entspannen in sich selbst. Die Absicht ist hier nicht ein Wecken von festgehaltener Energie, wie bei üblicher Körpertherapie, sondern das Wahrnehmen göttlicher Verbundenheit.
Die Magie der Berührung beginnt, wenn ich dem Körper des Anderen andachtsvoll begegne. Die Fähigkeit, mich und den Empfangenden als göttliche Wesen zu empfinden, lässt die eigene Energie mehr und mehr fließen. Schließlich geht es darum, die eigene Aufmerksamkeit ungeteilt der Seele des Anderen zu schenken und damit zum Kanal für universale, kosmische Strömung zu werden.
„Massieren ist etwas, das du zwar anfangen kannst zu lernen, aber du kommst nie an ein Ende. Es geht immer weiter und weiter und die Erfahrung wird ständig tiefer und tiefer, höher und höher. Massage ist eine der subtilsten Künste – und es ist nicht einfach eine Sache der Kunstfertigkeit. Es ist mehr eine Sache der Liebe.“
OSHO „Das Buch der Heilung“, Heyne Bücher, 1997

Kommunikation

Entdecken Sie mit Hilfe dieses Seminars, was hinter gesprochenen Worten an Gefühlen und Bedürfnissen stehen kann. Und wie Sie durch die Einbeziehung dieser Wahrnehmungen tragende Beziehungen, erhöhtes gegenseitiges Verständnis und kooperatives Miteinander gestalten können.
Wichtiger Aspekt dabei ist zu lernen, mit dem Gegenüber zu fühlen, ohne mit ihm zu leiden. Für eine respektvolle Verbindung braucht es die Bereitschaft, sich selbst berühren zu lassen, die eigene Verletzlichkeit zuzulassen und im anderen ein fühlendes und selbst-verantwortliches Wesen zu sehen.
Hierbei kann je nach Bedarf die Kommunikation mit dem sterbenden Menschen oder die Verbindung zu den Angehörigen beleuchtet werden.

Selbstpflege & Achtsamkeit

Gerade im Gesundheitswesen zeigt sich, wie schnell Menschen einen Zustand des „burn-out“ kreieren oder riskieren. Oft ist die Motivation für die Tätigkeit in der Pflege, Medizin oder pyschosozialen Arbeit, dem Menschen Gutes tun zu wollen, dem Leidenen zu dienen, so dass sich sein körperlicher und psychischer Zustand verbessert. Die Gefahr, sich selbst, seine grundsätzlichen Bedürfnisse dabei zu übersehen und zu übergehen liegt sehr nahe, da diese engagierten Menschen für den anderen da sein wollen und die Nächstenliebe über die Eigenliebe stellen.
Selbstpflege / Selbstfürsorge ist daher ein unerlässlicher Aspekt im Umgang mit schwerkranken und sterbenden Menschen. Alles, was mich unterstützt, innerlich immer wieder aufzutanken und liebevoll zu mir selbst zu sein, erweitert meine soziale Kompetenz im professionellen Umgang mit herausfordernden Situationen und Begegnungen.
In diesem Seminar schauen wir uns die Mechanismen des „burn-outs“ genauer an, finden unsere eigenen Energiefresser und inneren Einstellungen, die uns hindern, gut für uns selbst zu sorgen und werfen unser Licht auf wohltuende Strategien und Verhaltensweisen, die uns Kraft geben und unterstützen, wahrhaftig zu sein.

Fortbildungs- oder Schnuppertag zum Thema: „Die Seele berühren“

Ich komme gern zu einem Fortbildungs- oder Informationstag in Ihre Institution und stelle mein Seminar „Die Seele berühren“ vor.
Bis zu 100 Personen können an einem solchen Tag teilnehmen. Ich lade die Teilnehmer zu verschiedenen Achtsamkeits- und Entspannungstechniken ein und gebe ihnen einen Geschmack, eine Erfahrung, wie wohltuend sich liebevolle, absichtslose Berührung anfühlt.

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Palliative Care Team

Eine Besonderheit der Palliative Care Teams besteht darin, dass sie multiprofessionell arbeiten. Im optimalen Fall stehen neben Palliativmedizinern, die Palliative Care Kräfte als Pflegende und die Palliative Care Kräfte und Koordinatoren der psychosozialen Arbeitsfelder (bestehend aus Sozialarbeitern, Psychologen, Theologen und Therapeuten) in einem Team zur Verfügung.
Das ist angesichts der komplexen Begleitungen am Lebensende sehr vorteilhaft und im Basisverständnis von Palliative Care verankert, um aus verschiedensten Blickwinkeln auf mitunter stark herausfordernde Begleitungen schauen zu können und als professionelles Begleitteam wirksam und hilfreich sein zu können.
Das Miteinander im Team bestimmt darüber, wie die ambulanten oder stationären Situationen im palliativen Zusammenhang gestaltet werden. Ein Team, dass sich austauscht, in dem die Mitglieder sich trauen, ihre Schwächen, Fragen und Verletzlichkeiten zu zeigen und sich in ihrer Menschlichkeit gegenseitig unterstützen, wird diese Qualitäten auch beim Patienten ausstrahlen und somit mitfühlende Begleitungen professionell gestalten.

Ein wunderbares Werkzeug im multiprofessionellen Team ist die kollegiale Fallbesprechung. Hierbei geht es nicht nur um faktische Betrachtung der Begleitsituationen, sondern vorwiegend um die emotionale Betroffenheit der Fachkräfte. Eine gelingende Fallbesprechung bezieht Verletzlichkeiten und Kreativitäten mit ein und schafft ein vertrauensvolles Klima, in dem sich jeder Teilnehmende akzeptiert und respektiert fühlt.
In diesem Seminar bekommt jeder Teilnehmer einen Geschmack davon, wie diese Methode (richtig angewandt) die Zusammenarbeit bereichert, die Kollegen unterstützt und bereichernde, stressfreie palliative Begleitungen im Team ermöglicht.
Die Aufgabe eines Palliative Care Teams ist nicht, eine Krankheitssituation unnötig und damit Leid vergrößernd zu verlängern. Es ist daher äußerst wichtig, mit den betroffenen Patienten und Angehörigen, den genauen Auftrag des Teams herauszuarbeiten. Ein palliative Care Team begleitet den letzten Lebensweg, sucht nach lindernden Methoden, den Sterbeprozess zu erleichtern, um ein möglichst schmerzfreies, entspanntes Lebensende zu ermöglichen.

Psychosoziale Begleitung

Das Wunderbare einer palliativen, hospizlichen Begleitung ist das Grundverständnis vom ganzheitlichen, humanen Menschenbild. Die zu begleitenden Menschen sind nicht nur Körper mit Erkrankungen, die zum Tode führen, sondern sie sind auch weiterhin soziale, göttliche Wesen, haben Bedürfnisse nach Nähe und Verständnis, sind eingebettet in ein Familiensystem oder umgeben von Menschen, die ihre Unit of Care bilden. Sterbende Menschen und deren Angehörige stehen in der Gefahr, sich zu isolieren und somit zu vereinsamen. Gerade sie benötigen aufmerksame Ohren, offene Herzen und praktische Hände, um ihnen den Abschied voneinander entspannt und friedlich zu ermöglichen. Das gelingt am besten, wenn es genügend Raum für ihre psychischen Befindlichkeiten und Bedürfnisse gibt. Ebenso werden die Angehörigen oder zugewandten Menschen im palliativen Kontext gesehen und berücksicht. In ambulanten Set-ups tragen die Zugehörigen die meiste Last und stehen in der Gefahr, sich zu überfordern und auszubrennen.Psycho-soziale Begleitung schaut immer darauf, wie die Angehörigen unterstützt und entlastet werden können. Eine wunderbare Unterstützung erfahren diese meist über ehrenamtliche Hospizbegleiter, die ihnen zeitliche Freiräume schaffen und ihnen menschliche Nähe bieten, in der sie sich anvertrauen können.
Auch sind alle Betroffenen weiterhin spirituelle Wesen, egal, welche Überzeugungen sie bezüglich dem Leben und Sterben und einem möglichen „Danach“ haben. Es braucht liebevolle, wertfreie, innere Räume, um so versöhnt wie auch immer möglich aus diesem Leben zu scheiden, oder für die Angehörigen so ausgesöhnt wie möglich „Lebe wohl“ zu sagen.
Die psycho-soziale Betreuung ist ein weites Feld mit vielen Unbekannten. Gerade hier braucht es Menschen mit Herz und Mitgefühl, die aber genauso gut für sich selbst sorgen, wie sie es den Patienten und Angehörigen ermöglichen.

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Versöhnung, Dankbarkeit und Trauer

Nicht jeder Sterbevorgang ist geprägt von versöhnlichen Momenten oder gar Vergebung gegenüber Menschen, die Leid verursacht haben. Trotzdem ist es anzuraten, diese Aspekte der Vergebung und Wiedergutmachung im Blick zu behalten. Es gibt die These, dass Menschen umso leichter sterben können, je mehr sie sich mit anderen und sich selbst versöhnt haben. Die Aufmerksamkeit, die innerlich in Konfliktsituationen gebunden ist, steht dem eigenen Wohlbefinden nicht zur Verfügung. Das gilt für uns alle, egal, wie nahe wir dem Tod bereits sind.
Eine Hospizbegleitung kann für die Begleiter sehr erfüllend sein, wenn es gelingt, die Trauerprozesse durch Versöhnungsarbeit zu erhellen. Hierbei können Rituale unterstützen und einen Raum von Vertrauen schaffen.
Trauer beginnt in palliativen Situationen bereits mit der Diagnose der zum Tode führenden Erkrankung; und zwar für den Patienten als auch für die Familie. Wichtiger Punkt bezüglich Trauer ist, dass es immer eine individuelle Trauerreaktion ist, die gehört, gefühlt und verstanden werden will. Jeder Mensch trauert anders. Abschiedssituationen lösen die unterschiedlichsten Emotionen aus: Traurigkeit, Wut, Ärger, Verzweiflung – mitunter reagieren Menschen, die wenig Zugang zu ihren Gefühlen haben mit psychosomatischen Symptomen.

Gerade auch bei pflegenden Angehörigen wird von antizipatorischer Trauer gesprochen, die den gesamten Sterbeprozess hinduch spürbar ist. Meist ermöglicht diese parallel verlaufende Trauer eine gewisse Erleichterung, wenn der Übergang aus dem physischen in den ätherischen Körper vollzogen ist.

Ehrenamtlicher Hospiz-Einsatz im Pflegeheim

Die Institution Pflegeheim ist ein komplexes, multidimensionales Gebilde. Ehrenamtliche geraten mitunter „zwischen die Stühle“ der institutionären Erwartungen an sie, den Wünschen der Bewohner selbst, den Ansprüchen, die die Angehörigen an sie stellen und den eigenen Ansprüchen an sich selbst, wie eine optimale Begleitung am Lebensende aussehen sollte.
In diesem Seminar bereite ich freiwillige Hospizhelfer auf den Einsatz im Pflegeheim vor, so dass sie sich und ihre Qualitäten einsetzen können, ohne in die Mühlen dieser oft gegensätzlichen Bedürfnisse der „Mitspieler“ zu geraten.
Das Verstehen der unterschiedlichen Bedürfnisse, Kompetenzen und „Forderungen“ ermächtigt die ehrenamtlichen Hospizbegleiter, sich freier und ungezwungener im Pflegeheim zu bewegen, sich selbst in ihrem ehrenamtlichen Engagement erfüllter zu fühlen und auf diese Weise präsenter mit den Menschen am Lebensende zu sein.

Begleitung von Menschen mit Demenz

Wenn eine Erkrankung herausfordernd ist und scheinbar unüberwindliche Probleme bei der Kommunikation mit Erkrankten kreiert, dann ist es die Demenz:
Die Menschen mit Demenz leiden an starken, kognitiven Einschränkungen. Sie sind mehr und mehr örtlich und zeitlich desorientiert und verstehen oft nicht, was wir sagen. Mitunter treten Persönlichkeitsstörungen in den Vordergrund: Verfolgungsgedanken, Zwangssymptome, Angst, Unruhe, und oft fehlt der Willensantrieb. Menschen mit Demenz beginnen meist von sich aus kein Gespräch mehr, behaupten falsche Dinge und leben in ihrer eigenen subjektiven Realität.
All diese Phänomene erschweren eine Kommunikation, wie wir „gesunde Menschen“ sie kennen. Es bedarf im Kontakt mit Menschen, die unter Demenz leiden einer wertfreien, wertschätzenden Validation dessen, was der demenziell erkrankte Mensch von sich gibt. Wir sind gefordert, uns mehr auf die emotionale Erlebniswelt des Erkrankten einzulassen.
„Das Herz wird nicht dement!“ Diese Maxime macht deutlich, dass eine Verbindung dann gelingt, wenn wir einen warmherzigen, verständnisvollen Kontakt aufnehmen. Mit dieser positiven, hinfühlenden Haltung kreieren sich beeindruckende, wundervolle Begegnungen und berührende Momente.

Mittlerweile haben fast 70 % der Bewohner eines Pflegeheims neben multimorbiden Symptomen die eine oder andere Form von Demenz. Gerade für ehrenamtliche Hospizbegleiter und für Angehörige dieser Patienten ist es hilfreich, die Krankheit „Demenz“ zu kennen und mit den betreffenden Patienten umgehen zu lernen.
In diesem Seminar lade ich zu einem tieferen Verständnis von demenziellen Erkrankungen ein und unterstütze die Erweiterung des Mitgefühls für die Menschen mit Demenz. Nur aus dem inneren Verständnis des Krankheitsprozesses können wir passende Kommunikationswege gehen und die herzliche Verbindung zu den demenziell erkrankten Menschen finden und freundliche, authentische Abgrenzung leben, wenn wir es brauchen.

Habe ich Sie berührt?
Rufen Sie mich ruhig an.

© 2024 Jutta Schriever